So läuft die klassische Ausreinigung ab
Die Ausreinigung ist die älteste Behandlung im Kosmetikstudio. Die Kosmetikerin drückt Mitesser und verhornten Talg aus der Haut, also das Fett, das die Poren verstopft. Selbst die Hautärzte beschreiben diesen Ablauf in ihrer Behandlungsempfehlung zu Akne genau.
Zuerst wird die Haut gereinigt. Dann weichen warme, feuchte Tücher die oberste Hautschicht auf. Danach wird die Haut desinfiziert, die Mitesser werden entfernt, und zum Schluss wird noch einmal desinfiziert. Eine beruhigende Maske oder Creme schließt die Behandlung ab.
Kleine Eiterpickel dürfen nicht ausgedrückt werden. Die Hautärzte sagen klar: Wer sie ausdrückt, verstärkt die Entzündung. Die Kosmetikerin öffnet den Pickel höchstens ganz leicht und wischt den Eiter vorsichtig ab.
Was beim Aquafacial passiert
Aquafacial ist ein Sammelname für Geräte, die die Haut mit Wasser reinigen. Ein Aufsatz gleitet über die Haut und tut drei Dinge zugleich. Er löst die oberste Hautschicht und saugt Schüppchen und Fett mit Unterdruck ab. Dabei bringt er ein Serum auf die Haut. Ähnliche Geräte heißen Hydrafacial oder Hydradermabrasion.
Gute Studien gibt es dazu wenige. Die erste stammt aus dem Jahr 2008 und hat 20 Frauen untersucht. Die eine Hälfte bekam sechs Behandlungen mit dem Gerät und einem Serum, die andere nur das Serum von Hand. Nur mit Gerät wurde die Haut messbar dicker. Eine Studie aus Korea mit 23 Frauen zeigte 2015: Fruchtsäure mit Unterdruck ließ Mitesser schon nach einer Woche zurückgehen, Fruchtsäure allein nicht.
Beide Studien sind klein und kurz, und die meisten Angaben stammen von den Herstellern der Geräte. Eine neutrale Bewertung durch eine deutsche Behörde, Fachgesellschaft oder Verbraucherzentrale gibt es nicht. Nennt Ihnen ein Studio genaue Prozentzahlen für weniger Falten oder kleinere Poren, sind das Werbeangaben.
Beide Verfahren unterscheiden sich vor allem darin, wie gezielt sie arbeiten. Die Ausreinigung kann die Haut ein bis drei Tage röten, nach einem Aquafacial ist die Haut meist nur wenige Stunden leicht rot. Die erste Aquafacial-Studie arbeitete mit 20 Teilnehmerinnen, die koreanische mit 23.
| Klassische Ausreinigung | Aquafacial | |
|---|---|---|
| Werkzeug | Hände, kleiner Mitesserentferner, warme Tücher | Gerät mit Unterdruck, Wasser und Serum |
| Ziel | Einzelne Mitesser gezielt entfernen | Ganze Fläche reinigen und befeuchten |
| Haut danach | Ein bis drei Tage gerötet, manchmal kleine Schwellungen | Meist nur wenige Stunden leicht gerötet |
| Studien | In der Akne-Empfehlung der Hautärzte beschrieben | Zwei kleine Studien mit 20 und 23 Frauen |
| Wer zahlt | Sie selbst, keine Kassenleistung | Sie selbst, keine Kassenleistung |
Ein Aquafacial zahlen Sie selbst, und die Kosten für ein Aquafacial unterscheiden sich von Studio zu Studio stark.
Welche Behandlung zu welcher Haut passt
Die Wahl hängt an Ihrer Haut, nicht am Verfahren. Haben Sie einzelne Mitesser auf sonst ruhiger Haut, hilft die Ausreinigung, weil sie genau dort arbeitet. Ein Gerät, das über die Fläche gleitet, erreicht die verstopfte Pore nicht.
Ist Ihre Haut fahl, trocken oder schuppig, aber ohne Mitesser, gibt es nichts auszudrücken. Dann passt das Aquafacial, weil es die Fläche glättet und Feuchtigkeit bringt.
Haben Sie entzündete Pickel oder Akne, ist beides im Studio falsch. Akne ist eine Hautkrankheit, und Krankheiten behandeln Ärztinnen, Ärzte und Heilpraktiker. Die Kosmetik darf die ärztliche Behandlung begleiten, aber nicht ersetzen. Gehen Sie deshalb zuerst zur Hautärztin und sprechen Sie die Kosmetik mit ihr ab. Welche weiteren Behandlungen es gibt, zeigt der Überblick Gesichtsbehandlung im Kosmetikstudio.
Haben Sie entzündete Pickel, Knoten oder Akne in Behandlung?
Gehen Sie zuerst zur Hautärztin. Die Kosmetik kommt danach und nur in Absprache mit der Praxis.
Sind einzelne Mitesser das Problem?
Die klassische Ausreinigung passt. Achten Sie auf warme Tücher zum Aufweichen und desinfiziertes Werkzeug.
Ist die Haut fahl, trocken oder schuppig?
Ein Aquafacial passt besser. Rechnen Sie mit mehreren Terminen statt einem.
Dann ist keine der beiden Behandlungen nötig. Lassen Sie sich erklären, welches Problem eine Behandlung lösen soll.
Diese Hygieneregeln gelten bei Ausreinigung und Aquafacial
Bei der Ausreinigung wird die Haut geöffnet, beim Aquafacial werden Hautreste abgesaugt. Für beides gelten die Hygieneregeln der Länder, und das Gesundheitsamt kann das Studio kontrollieren. Das Landesgesundheitsamt Niedersachsen fasst die Regeln so zusammen:
- Werkzeug, das in die Haut sticht, etwa eine feine Nadel, muss keimfrei sein. Einmal-Werkzeug wird nur bei einer Person benutzt und dann weggeworfen.
- Werkzeug wie Mitesserentferner und Pinzette wird nach jeder Kundin gereinigt, desinfiziert und trocken aufbewahrt.
- Vor der Behandlung wird Ihre Haut mit einem alkoholischen Mittel desinfiziert, und die Kosmetikerin desinfiziert ihre Hände 30 Sekunden lang.
- Kommt Blut ins Spiel, trägt sie Einmalhandschuhe.
- Beim Aquafacial werden die Aufsätze, die Ihre Haut berühren, nach jeder Kundin aufbereitet.
- Jedes Studio braucht einen Hygieneplan. Sie dürfen danach fragen.
Das klären Sie vor der Ausreinigung oder dem Aquafacial
Beide Behandlungen werden oft als Serie verkauft. In der Aquafacial-Studie gab es sechs Termine im Abstand von sieben bis zehn Tagen. Für Fruchtsäure-Peelings bei Akne nennen die Hautärzte fünf bis zehn Anwendungen. Fragen Sie deshalb vorher, wie viele Termine geplant sind, sonst vergleichen Sie einen Einzelpreis mit einer Serie.
- Lassen Sie Ihre Haut ansehen und fragen Sie, welches Problem die Behandlung lösen soll. Ein schöneres Hautbild ist keine Antwort.
- Fragen Sie nach der Zahl der Termine und rechnen Sie den Preis je Termin mal diese Zahl.
- Fragen Sie, ob Fruchtsäure dazukommt und wie stark sie ist. Danach brauchen Sie jeden Tag Sonnenschutz.
- Sagen Sie von sich aus, welche Medikamente Sie nehmen, ob Sie zu Lippenherpes neigen, schwanger oder frisch gebräunt sind.
- Legen Sie die Ausreinigung nicht direkt vor einen wichtigen Anlass.
- Lassen Sie sich den Preis vor Beginn nennen. Die Preisliste hängt im Studio aus.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Aquafacial und Ausreinigung?
Die Ausreinigung entfernt einzelne Mitesser gezielt von Hand, nachdem warme Tücher die Haut aufgeweicht haben. Das Aquafacial reinigt die ganze Fläche mit einem Gerät, saugt Schüppchen und Fett ab und bringt ein Serum auf die Haut. Die Ausreinigung löst verstopfte Poren, das Aquafacial glättet und befeuchtet.
Hilft ein Aquafacial bei Akne?
Nein, ein Aquafacial ersetzt keine Aknebehandlung. Akne gehört in die Hautarztpraxis, und Kosmetik darf die ärztliche Behandlung nur begleiten. In einer kleinen Studie mit 23 Frauen gingen Mitesser mit Fruchtsäure und Unterdruck schneller zurück als mit Fruchtsäure allein.
Wie oft sollte man ein Aquafacial machen lassen?
Eine feste Zahl an Aquafacial-Terminen gibt es nicht. Die erste Studie arbeitete mit sechs Behandlungen im Abstand von sieben bis zehn Tagen. Lassen Sie sich vorher sagen, wie viele Termine das Studio plant, und rechnen Sie den Preis für die ganze Serie.
Darf eine Kosmetikerin Pickel ausdrücken?
Eine Kosmetikerin darf Mitesser und verhornten Talg entfernen, aber keine kleinen Eiterpickel ausdrücken. Das verstärkt laut Hautärzten die Entzündung und kann Narben hinterlassen. Entzündete Akne behandelt die Hautarztpraxis.
Zahlt die Krankenkasse eine Ausreinigung bei Akne?
Nein, die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Ausreinigung nicht, auch nicht bei Akne. Das gilt auch für Fruchtsäure-Peelings und Aquafacial. Die ärztliche Behandlung der Akne mit Cremes oder Tabletten zahlt die Kasse dagegen.
Wie lange ist die Haut nach einem Aquafacial rot?
Nach einem Aquafacial ist die Haut meist nur wenige Stunden leicht gerötet, weil das Gerät nur über die Oberfläche gleitet. Nach einer klassischen Ausreinigung dauert die Rötung länger, oft ein bis drei Tage.
