Was bei einer Gesichtsbehandlung passiert
Eine Gesichtsbehandlung ist kein festes Verfahren. Kein Gesetz schreibt vor, was dazugehört. Jedes Studio stellt seine Behandlung aus denselben Bausteinen zusammen, und deshalb kann derselbe Name in zwei Studios Verschiedenes bedeuten.
Die Bausteine stammen aus der Ausbildung zur Kosmetikerin. Sie dauert drei Jahre und umfasst unter anderem Hautbeurteilung, Reinigung, Pflege, Massage und den Umgang mit Geräten. Pflicht ist die Ausbildung allerdings nicht: Kosmetikerin ist ein freies Handwerk, das jede und jeder anmelden darf.
Die sechs üblichen Schritte reichen von der Reinigung bis zur Pflege. Eine Maske wirkt dabei meist 10 bis 20 Minuten ein, die Massage ist der Schritt, der eine kurze von einer langen Behandlung am stärksten unterscheidet.
| Schritt | Was passiert | Darauf achten Sie |
|---|---|---|
| Reinigung | Make-up, Fett und Schmutz werden entfernt, oft folgt ein Gesichtswasser. | Zwei Durchgänge: erst das Make-up, dann die Haut darunter. |
| Peeling | Abgestorbene Hautschüppchen werden gelöst, mit feinen Körnchen oder mit Fruchtsäure. | Bei Säure: Welche, wie stark, und brauchen Sie danach Sonnenschutz? |
| Ausreinigung | Nach dem Aufweichen der Haut werden Mitesser entfernt. | Entzündete Pickel gehören nicht dazu, sie behandelt die Hautarztpraxis. |
| Massage | Gesicht, Hals und Dekolleté werden mit Öl oder Creme massiert. | Wie lange? Hier unterscheiden sich kurze und lange Behandlungen am meisten. |
| Maske | Eine Maske wirkt 10 bis 20 Minuten ein, feuchtigkeitsspendend oder klärend. | Passt sie zu Ihrer Haut oder ist sie Standard? |
| Pflege | Creme, Augenpflege und Sonnenschutz kommen zum Schluss. | Nach einem Peeling ist Sonnenschutz Pflicht. |
Statt mit den Händen reinigen manche Studios die Poren mit einem Gerät. Ob Aquafacial oder klassische Ausreinigung besser passt, hängt von Ihrer Haut ab.
So vergleichen Sie Preise für eine Gesichtsbehandlung
Den Preis legt jedes Studio selbst fest. Eine amtliche Preisliste gibt es nicht. Vergleichen Sie deshalb nicht die Namen der Behandlungen, sondern die Schritte und die reine Behandlungszeit ohne Beratung. Eine Behandlung über 30 Minuten enthält zwangsläufig weniger als eine über 90 Minuten, auch wenn beide gleich heißen.
Das Studio muss seine Preise vorher zeigen. Die Preisangabenverordnung verlangt ein Preisverzeichnis mit Mehrwertsteuer, das im Studio aushängt und, wenn es ein Schaufenster gibt, auch dort. So können Sie vergleichen, ohne anzurufen.
Kostet etwas extra, etwa ein Serum aus der Ampulle, eine besondere Maske oder ein Gerät, gehört das vor der Behandlung auf den Tisch. Taucht ein Aufschlag erst auf der Rechnung auf, fragen Sie nach. Wurde vorher kein Preis vereinbart, schulden Sie nur den üblichen Preis.
Gesichtsbehandlung mit Gerät braucht einen Nachweis
Arbeitet die Kosmetikerin nur mit den Händen, gelten keine besonderen Regeln. Kommt ein Gerät dazu, kann die NiSV gelten. Das ist eine Verordnung, die regelt, wer Laser, IPL, Ultraschall, Radiofrequenz und ähnliche Geräte an der Haut einsetzen darf.
Fällt das Gerät darunter, braucht die Person, die Sie behandelt, einen Fachkundenachweis. Das ist das Zeugnis einer Schulung für genau diese Geräteart. Das Studio muss das Gerät bei der Behörde anmelden und Sie vor der ersten Anwendung über Wirkung und Risiken aufklären. Das Gespräch wird schriftlich festgehalten.
Manche Geräte gehören gar nicht ins Studio. Hochintensiver fokussierter Ultraschall zum Straffen und Ultraschall, der die Haut verletzt, darf nur eine Ärztin oder ein Arzt anwenden. Dasselbe gilt für Radiofrequenz gegen Äderchen oder Pigmentflecken. Auch für Radiofrequenz, Ultraschall und LED im Gesicht gelten solche Grenzen.
- Fragen Sie nach dem Namen des Geräts und ob dafür die NiSV gilt. Ein gutes Studio beantwortet das in einem Satz.
- Lassen Sie sich den Nachweis der Person zeigen, die Sie behandelt, nicht den der Inhaberin.
- Bestehen Sie vor der ersten Anwendung auf einem Gespräch über Wirkung, Risiken und Alternativen.
- Fragen Sie bei Geräten zum Straffen, ob es fokussierter Ultraschall ist. Der gehört in die Arztpraxis.
Wie stark ein Peeling im Kosmetikstudio sein darf
Für ein chemisches Peeling nehmen Studios meist Fruchtsäuren wie Glykolsäure oder Milchsäure. Wie stark das wirkt, hängt an der Menge der Säure und am Säuregrad der fertigen Mischung, dem pH-Wert. Ein niedriger pH-Wert bedeutet: stärker sauer.
Ein Fachgremium aus den USA hält Glykol- und Milchsäure im Studio für unbedenklich, wenn der Anteil unter 30 Prozent liegt und der pH-Wert über 3. Eine geschulte Fachkraft muss die Säure kurz auftragen und gründlich abwaschen. Für Produkte zu Hause gelten unter 10 Prozent und ein pH-Wert über 3,5. Danach brauchen Sie jeden Tag Sonnenschutz. So fasst es ein Datenblatt der Gesellschaft Deutscher Chemiker zusammen.
Die Zahlen allein sagen aber nicht, ob Ihre Haut das verträgt. Zwei Produkte mit gleichem Anteil und gleichem pH-Wert können sich ganz verschieden anfühlen, weil die übrige Mischung mitwirkt. Nennt ein Studio nur eine Prozentzahl, fragen Sie weiter.
Tiefe Peelings, die Narben, Akne oder Pigmentflecken behandeln sollen, sind keine Kosmetik mehr. Sie verletzen die Haut gezielt, um eine Krankheit oder einen Schaden zu behandeln. Das dürfen nur Ärztinnen, Ärzte und Heilpraktiker.
Soll das Peeling Akne, Narben, Pigmentflecken oder eine Hautkrankheit behandeln?
Dann gehört es in die Hautarztpraxis. Dort wird vorher geprüft, ob Ihre Haut das Peeling verträgt.
Liegt die Säure unter 30 Prozent bei einem pH-Wert über 3 und wird danach abgewaschen?
Das ist ein übliches Peeling im Studio. Lassen Sie sich Säure, Stärke und Einwirkzeit aufschreiben.
Das ist ein starkes Peeling. Fragen Sie nach der Ausbildung der Person und sagen Sie ohne klare Antwort ab.
Was ein Studio bei der Gesichtsbehandlung versprechen darf
Pflegeprodukte dürfen nichts versprechen, was sie nicht können. Jede Werbeaussage muss stimmen und sich belegen lassen. Darüber wachen die Behörden der Länder.
Verspricht ein Studio, Akne, Rosazea, Couperose oder Narben zu beseitigen, ist das Werbung für eine Heilbehandlung. Die ist bei Kosmetik verboten, wenn sie in die Irre führt, etwa mit einem sicheren Erfolg oder ohne Nebenwirkungen. Sachliche Beschreibungen sind erlaubt, Erfolgsversprechen nicht.
Gesichtsbehandlung vorbereiten und nachpflegen
Die meisten Enttäuschungen entstehen vor dem Termin: falsche Erwartung, ungünstiger Zeitpunkt oder ein Medikament, das niemand erwähnt hat. Mit diesen sechs Schritten vermeiden Sie das.
Schritte und Dauer erfragen
Lassen Sie sich alle Schritte und die reine Behandlungszeit nennen. So vergleichen Sie zwei Studios fair.
Termin klug legen
Nicht direkt vor einem wichtigen Anlass. Nach Ausreinigung und Peeling kann die Haut ein bis drei Tage rot sein.
Medikamente nennen
Erzählen Sie von Vitamin-A-Cremes, Antibiotika, Blutverdünnern, Lippenherpes, frischer Bräune und einer Schwangerschaft.
Zusatzkosten klären
Fragen Sie vor Beginn, was Seren, Masken oder Geräte extra kosten.
Bei Schmerz sofort sprechen
Brennen oder Stechen gehört nicht dazu. Ein Peeling wird dann sofort abgenommen.
Danach schonen
24 Stunden kein Make-up, kein Sport, keine Sauna. Jeden Tag Sonnenschutz.
Reagiert Ihre Haut nach dem Termin stärker als angekündigt, kommt es auf die nächsten Stunden an. Sie entscheiden darüber, ob aus der Reizung ein dunkler Fleck wird und ob Sie später belegen können, was passiert ist.
- Rufen Sie noch am selben Tag im Studio an und fragen Sie nach Produkt, Stärke und Einwirkzeit. Schreiben Sie die Antwort auf.
- Fotografieren Sie die Haut bei Tageslicht, heute und an den nächsten Tagen.
- Kühlen Sie die Haut und lassen Sie Säuren, Vitamin-A-Cremes und Peelings weg.
- Schützen Sie die Stelle vor Sonne, weil gereizte Haut leicht dunkle Flecken bildet.
- Gehen Sie zur Hautärztin, wenn Blasen, Krusten, starke Schwellung oder Schmerzen auftreten oder die Rötung nach drei Tagen bleibt.
Häufige Fragen
Was gehört zu einer Gesichtsbehandlung im Kosmetikstudio?
Zu einer Gesichtsbehandlung gehören meist sechs Schritte: Reinigung, Peeling, Ausreinigung, Massage, Maske und Pflege. Vorgeschrieben ist keiner davon, denn der Name ist nicht geschützt. Lassen Sie sich deshalb vorher die Schritte und die reine Behandlungszeit nennen.
Was kostet eine Gesichtsbehandlung im Kosmetikstudio?
Den Preis einer Gesichtsbehandlung legt jedes Studio selbst fest, eine amtliche Preisliste gibt es nicht. Das Studio muss seine Preise mit Mehrwertsteuer im Studio aushängen. Fragen Sie vor Beginn, ob Seren, Masken oder Geräte extra kosten.
Braucht eine Kosmetikerin für Ultraschall im Gesicht einen Nachweis?
Ja, für Ultraschall im Gesicht braucht die Kosmetikerin einen Fachkundenachweis nach der NiSV, wenn das Gerät unter die Verordnung fällt. Fokussierter Ultraschall zum Straffen und Ultraschall, der die Haut verletzt, ist Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Wie stark darf ein Fruchtsäurepeeling im Kosmetikstudio sein?
Ein Fruchtsäurepeeling im Kosmetikstudio gilt als unbedenklich, wenn die Säure unter 30 Prozent liegt, der pH-Wert über 3 und die Säure danach abgewaschen wird. Für zu Hause gelten unter 10 Prozent. Ob Ihre Haut es verträgt, sagen die Zahlen allein nicht.
Darf ein Kosmetikstudio mit der Behandlung von Akne werben?
Nein, ein Kosmetikstudio darf nicht versprechen, Akne zu beseitigen. Das wäre Werbung für eine Heilbehandlung, und Akne behandeln dürfen nur Ärztinnen, Ärzte und Heilpraktiker. Eine sachliche Beschreibung der Reinigung bleibt erlaubt.
Wie lange ist die Haut nach einer Ausreinigung rot?
Nach einer Ausreinigung ist die Haut meist ein bis drei Tage gerötet. Legen Sie den Termin deshalb nicht direkt vor einen wichtigen Anlass. Bleiben Rötung, Schwellung oder Schmerz länger oder bilden sich Krusten, lassen Sie die Haut ärztlich ansehen.
