Was hinter Diodenlaser, Alexandrit und IPL steckt
Alle Geräte entfernen Haare nach demselben Prinzip, sie unterscheiden sich aber im Licht. Ein Laser sendet gebündeltes Licht einer einzigen Farbe. Diese Farbe heißt Wellenlänge und wird in Nanometern gemessen, also in millionstel Millimetern. Je größer die Zahl, desto tiefer dringt das Licht ein und desto weniger heizt es die Oberhaut.
IPL heißt auf Deutsch intensives gepulstes Licht. Eine IPL-Lampe blitzt mit vielen Lichtfarben zugleich, ein Filter nimmt die unpassenden heraus. IPL ist also kein Laser, auch wenn manche Angebote beide Wörter mischen. Für beide Geräte braucht die Kosmetikerin denselben Fachkundenachweis nach der NiSV, der Verordnung für Laser, IPL und ähnliche Geräte an der Haut.
Die Namen der Laser stammen vom Material, in dem das Licht entsteht. Alexandrit ist ein Kristall, Nd:YAG ebenfalls, und der Diodenlaser erzeugt sein Licht in einem Halbleiter wie in einer Leuchtdiode. Der Diodenlaser arbeitet meist mit 800 bis 810 Nanometern, der Alexandritlaser mit 755, der Nd:YAG-Laser mit 1.064 und der Rubinlaser mit 694 Nanometern. IPL filtert ab etwa 550 Nanometern.
| Name im Angebot | Licht | Passt zu | Was Studien zeigen |
|---|---|---|---|
| Diodenlaser | Laser, meist 800 bis 810 Nanometer | Heller bis hellbrauner Haut | Etwa 50 Prozent weniger Haare nach sechs Monaten |
| Alexandritlaser | Laser, 755 Nanometer | Heller bis hellbrauner Haut | Etwa 50 Prozent weniger Haare nach sechs Monaten |
| Nd:YAG-Laser | Laser, 1.064 Nanometer | Auch dunkler Haut, gilt dort als sicherste Wahl | Wenige ältere Studien |
| Rubinlaser | Laser, 694 Nanometer | Nur heller Haut | Wenige ältere Studien |
| IPL | Blitzlampe, gefiltert ab etwa 550 Nanometer | Mit passendem Filter heller Haut | Wenige ältere Studien |
| SHR | Betriebsart eines Diodenlasers | In einer Studie besser bei dunkler Haut | Kleine Studie mit 18 Personen |
Welcher Laser zu welcher Haut passt
Alle diese Geräte zielen auf den dunklen Farbstoff im Haar, das Melanin. Den gibt es aber auch in der Haut, und das Gerät unterscheidet nicht zwischen beiden. Je dunkler die Haut, desto mehr Energie nimmt sie auf. Damit steigt das Risiko für Verbrennungen und Flecken.
Die Lichtfarbe entscheidet mit, wie stark die Oberhaut mit heiß wird. Fachleute ordnen den Rubinlaser nur heller Haut zu, Alexandrit- und Diodenlaser heller bis hellbrauner Haut. Den Nd:YAG-Laser nennen sie die sicherste Wahl für dunklere Haut, weil sein Licht die Oberhaut weniger belastet.
Bei den Haaren setzt die Physik eine Grenze, die kein Gerätename verschiebt. Rote, blonde, graue und weiße Haare haben zu wenig Farbstoff. Auch neue Geräte haben dafür keine Lösung gebracht. Für solche Haare kommt eher die Nadelepilation statt Laser in Frage.
Sind die Haare dunkel, also braun oder schwarz?
Ist Ihre Haut hell bis mittel und gerade nicht gebräunt?
Alexandrit-, Dioden- und Nd:YAG-Laser kommen in Frage, IPL mit passendem Filter auch. Über die Einstellung entscheidet eine Probestelle.
Bei dunklerer Haut gilt der Nd:YAG-Laser als sicherste Wahl. Bei gebräunter Haut verschieben Sie den Termin.
Helle, rote und graue Haare erreichen Laser und IPL kaum. Für sie kommt die Nadelepilation in Frage, die jedes Haar einzeln entfernt.
Was Studien den Lasern zur Haarentfernung zutrauen
Eine große Auswertung von 2006 hat elf Studien mit 444 Personen geprüft, keine davon sehr gut gemacht. Mit Alexandrit- und Diodenlaser gab es nach bis zu sechs Monaten etwa 50 Prozent weniger Haare. Für IPL, Nd:YAG- und Rubinlaser fanden sich wenig Belege. Dass Haare über Jahre wegbleiben, war mit keinem Gerät belegt.
Eine neuere Auswertung von 2023 umfasst 13 Studien mit 652 Personen. Der Diodenlaser verringerte die Haare nach drei und sechs Monaten deutlich. Zwischen den Lasern fand sie aber keinen klaren Unterschied. Alle Nebenwirkungen gingen wieder zurück, Narben blieben nicht.
Für Ihre Entscheidung heißt das: Die Studien zeigen keinen klaren Sieger unter den Lasern. Sie belegen deutlich weniger Haare über Monate, keine Haarfreiheit über Jahre. Wer Ihnen ein Gerät als das einzig wirksame verkauft, kann sich nicht auf die Studien stützen.
Was SHR und Kombigeräte im Angebot bedeuten
SHR steht für Super Hair Removal. Gemeint ist ein Diodenlaser, der mit wenig Energie, aber vielen schnellen Impulsen arbeitet. In einer kleinen Studie mit 18 Personen wirkte er bei dunkler Haut deutlich besser als ein Alexandritlaser und tat weniger weh. Bei heller Haut war der Alexandritlaser etwas besser.
Manche Diodenlaser verbinden drei Lichtfarben in einem Impuls. Eine Studie mit 25 Personen hatte keine Vergleichsgruppe und bewertete nach Augenschein. Ob drei Farben mehr bringen als eine, sagt sie deshalb nicht.
Kombigeräte verbinden Licht mit einer zweiten Technik, etwa IPL mit Radiofrequenz. Dann braucht die Kosmetikerin für beide Techniken einen Nachweis. Ein Name, der Kälte verspricht, beschreibt nur die Kühlung der Haut, und die gehört ohnehin dazu.
So erkennen Sie, welches Gerät im Studio arbeitet
Das Studio muss Ihnen das Gerät nennen, denn zur Aufklärung vor der ersten Sitzung gehört der Behandlungsplan mit dem Gerät. Das Gespräch wird schriftlich festgehalten, Sie unterschreiben es, und das Studio hebt es zehn Jahre auf.
Einen zweiten Hinweis gibt die Schutzbrille. Auf einer Laserschutzbrille steht die Lichtfarbe, für die sie gebaut ist, etwa 1064 für einen Nd:YAG-Laser oder 755 für einen Alexandritlaser. Dazu kommen Schutzstufe und CE-Zeichen. Tragen Sie die Brille die ganze Sitzung, denn das Licht kann die Netzhaut schädigen.
- Fragen Sie vor dem Vertrag nach Gerätegruppe, Hersteller, Modell und Lichtfarbe.
- Lassen Sie diese Angaben mit Ihrem Hauttyp ins Protokoll schreiben und nehmen Sie eine Kopie mit.
- Sehen Sie sich die Schutzbrille an: Lichtfarbe, Schutzstufe und CE-Zeichen müssen draufstehen.
- Fragen Sie bei einem Kombigerät nach dem Nachweis für beide Techniken.
- Verlangen Sie eine Probestelle und warten Sie die Reaktion ab, bevor Sie eine Serie buchen.
- Heben Sie Ihre Unterlagen auf. Bei einer Verbrennung zählt, welches Gerät mit welcher Einstellung lief.
Die Einstellung zählt mehr als der Gerätename
Dasselbe Gerät kann schonend oder schädlich arbeiten. Wird es nicht an Hauttyp, Bräune, Haarfarbe und Haardicke angepasst, drohen Verbrennungen, dunkle oder helle Flecken und Narben. Oft liegt das an zu viel Energie oder zu wenig Kühlung. Deshalb muss die Person am Gerät geschult sein.
Auch die Geräte müssen seit Juni 2023 mehr können. Neue Geräte für Studios müssen etwa die Färbung der Haut messen, mit wenig Energie starten, prüfen, ob sie die Haut berühren, und einen Not-Aus haben.
Selten wachsen nach der Behandlung sogar mehr Haare, meist am Rand der behandelten Stelle. Eine Studie fand das bei 25 von 7.381 Behandelten, also bei 0,34 Prozent. Fast alle waren mit einem Alexandritlaser behandelt worden. Wer täglich Sonnenschutz trug, war seltener betroffen. Was Sie vor und nach jeder Sitzung tun, steht im Überblick zur dauerhaften Haarentfernung mit Laser und IPL.
Häufige Fragen
Ist ein Diodenlaser besser als ein Alexandritlaser?
Nein, ein Diodenlaser ist zur Haarentfernung nicht klar besser als ein Alexandritlaser. Eine Auswertung von 13 Studien fand keinen deutlichen Unterschied zwischen den Lasern. Wichtiger als der Gerätetyp sind Ihr Hauttyp und die richtige Einstellung.
Ist IPL dasselbe wie ein Laser?
Nein, IPL ist kein Laser, sondern eine Blitzlampe mit vielen Lichtfarben, aus denen ein Filter die passenden auswählt. Ein Laser sendet nur eine Lichtfarbe. Für beide braucht die Kosmetikerin denselben Nachweis. Für IPL gibt es weniger Studien als für Alexandrit- und Diodenlaser.
Welcher Laser eignet sich bei dunkler Haut?
Bei dunkler Haut gilt der Nd:YAG-Laser mit 1.064 Nanometern als sicherste Wahl, weil sein Licht die Oberhaut weniger belastet. In einer Studie wirkte auch ein Diodenlaser in der Betriebsart SHR bei dunkler Haut gut. Eine Probestelle ist bei dunkler Haut unverzichtbar.
Was bedeutet SHR bei der Haarentfernung?
SHR steht für Super Hair Removal und ist eine Betriebsart eines Diodenlasers mit wenig Energie und vielen schnellen Impulsen. In einer Studie mit 18 Personen wirkte SHR bei dunkler Haut besser und tat weniger weh als ein Alexandritlaser.
Muss ein Kosmetikstudio sagen, mit welchem Gerät es Haare entfernt?
Ja, ein Kosmetikstudio muss Ihnen vor der Haarentfernung sagen, mit welchem Gerät es arbeitet. Das gehört zur Aufklärung über den Behandlungsplan. Das Studio hält das Gespräch schriftlich fest und hebt es zehn Jahre auf.
Woran erkenne ich an der Schutzbrille, welcher Laser arbeitet?
Auf einer Laserschutzbrille steht die Lichtfarbe, für die sie gebaut ist, etwa 755 für einen Alexandritlaser oder 1064 für einen Nd:YAG-Laser. Dazu kommen Schutzstufe und CE-Zeichen. Fehlt die Lichtfarbe, fehlt eine Pflichtangabe.
