Kosmetikstudios

Ratgeber

Gesichtsbehandlung in der Schwangerschaft, was geht?

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

In der Schwangerschaft gehen Reinigung, Ausreinigung, Maske, Massage und milde Peelings mit Glykol- oder Milchsäure. Pausieren sollten Pflege mit Vitamin A wie Retinol, Peelings mit Salicylsäure und die dauerhafte Haarentfernung. Kosmetischer Ultraschall darf das Kind nicht erreichen. Gute Studien zu Kosmetik in der Schwangerschaft gibt es nicht, deshalb gilt: Neues lieber verschieben.

Retinol in Gesichtspflege höchstens
0,3 Prozent
Verordnung (EU) 2024/996, Anhang III Nummer 376 der EU-Kosmetikverordnung, Stand 1. November 2025
Retinol in Körperlotion höchstens
0,05 Prozent
Verordnung (EU) 2024/996, Anhang III Nummer 376 der EU-Kosmetikverordnung, Stand 1. November 2025
Schwangerschaften in der Auswertung zu Vitamin-A-Cremes
fast 600
Embryotox, Beratungszentrum der Charité, Eintrag Tretinoin, Stand 22. September 2026
Pflegeprodukte, ein gerolltes Handtuch und eine Tasse Kräutertee auf einem Holztisch in einem ruhigen Raum
Milde Pflege und ein ruhiger Raum gehören zu einer sanften Behandlung. Bild: KI generiert.

Warum es kaum Studien zur Gesichtsbehandlung in der Schwangerschaft gibt

Zu Kosmetik in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine kontrollierten Studien. Niemand testet ein Schönheitsverfahren gezielt an Schwangeren. Die einzige Auswertung dazu stammt aus dem Jahr 2017 und stützt sich auf einzelne Fallberichte. Sie schließt mit dem Satz, dass für sichere Empfehlungen bessere Daten nötig sind.

Deshalb gilt eine einfache Regel, nach der auch Hautärztinnen und Hebammen vorgehen: Was nicht nötig ist und was in den Körper gelangen kann, wird verschoben. Das ist keine Warnung vor Kosmetik. Bleibt eine Behandlung an der Hautoberfläche und sind die Wirkstoffe bekannt, spricht nichts dagegen.

In der Stillzeit kommt etwas dazu: Was auf der Haut liegt, kann an Ihr Kind gelangen, wenn es diese Haut berührt. Für Vitamin-A-Cremes schreibt Embryotox deshalb ausdrücklich, dass sie nicht im Brustbereich aufgetragen werden. Das gilt sinngemäß für jedes Produkt mit Wirkstoff auf Dekolleté und Brust.

Diese Gesichtsbehandlungen gehen in der Schwangerschaft, diese pausieren

Nicht die ganze Kosmetik pausiert, sondern ein klar umrissener Teil.

Behandlungen im Gesicht in Schwangerschaft und Stillzeit.
BehandlungIn der SchwangerschaftWarum
Reinigung, Ausreinigung, Maske, MassageGeht, wenn die Haut nicht gereizt istKeine Regel spricht dagegen, die Produkte entscheiden
Peeling mit Glykol- oder MilchsäureGehtGilt nach der Auswertung von 2017 als sicher
Peeling mit Salicylsäure oder TrichloressigsäureLieber nichtDie Auswertung rät zur Vorsicht
Pflege mit Vitamin A wie RetinolPausierenEmbryotox rät bei Vitamin-A-Cremes ab
Ultraschall im GesichtNur mit Nachweis, das Kind darf nicht erreicht werdenSo schreibt es die NiSV vor
Dauerhafte Haarentfernung mit Laser oder IPLPausierenRasur und Wachs sind die Alternative
Geräte, die Fett abbauenNeinSchwangerschaft ist laut EU-Vorschrift ein Ausschlussgrund

Microneedling fehlt in der Tabelle, weil die Studien dazu Schwangere und Stillende ausschließen. Wann eine Behandlung mit Nadeln nach der Stillzeit in Frage kommt, zeigt der Artikel zu Microneedling bei Dehnungsstreifen.

Diese Wirkstoffe pausieren in Schwangerschaft und Stillzeit

Am wichtigsten ist Vitamin A. Retinsäure, ein Arzneistoff gegen Akne, ist in Kosmetik ganz verboten. Erlaubt sind Retinol und zwei verwandte Stoffe, seit November 2025 aber nur bis 0,3 Prozent in Gesichtspflege und bis 0,05 Prozent in Körperlotion. Auf der Packung steht seither ein Hinweis, dass Sie Ihre tägliche Menge an Vitamin A beachten sollen.

Bei Vitamin-A-Cremes vom Arzt rät Embryotox in der Schwangerschaft ab. Gleichzeitig ordnet das Zentrum ein: Auf der Haut angewendet, steigt der Spiegel im Blut nicht messbar. Eine Auswertung von fast 600 Schwangerschaften fand kein deutlich höheres Risiko für Fehlbildungen oder Fehlgeburten. Ausschließen lässt sich ein Risiko damit aber nicht. Haben Sie eine solche Creme in der Schwangerschaft benutzt, hören Sie damit auf und sprechen mit Ihrer Ärztin.

Peelings mit Salicylsäure sollten Sie im Studio meiden. Das betrifft das Peeling, nicht die kleine Menge Salicylsäure in einem Waschgel. Und Hydrochinon, ein Stoff zum Aufhellen der Haut, ist in Kosmetik nicht erlaubt, außer in künstlichen Fingernägeln.

Hautveränderungen in der Schwangerschaft ärztlich klären

Manches ist harmlos, anderes ein Befund. Dunklere Flecken im Gesicht, mehr Unreinheiten und trockene, spannende Haut kommen in diesen Monaten oft vor. Zur Ärztin gehören Sie, wenn die Haut trotz Pflege nässt, stark juckt oder Krusten bildet, wenn entzündete Pickel und Knoten auftreten oder ein Fleck sich verändert. Bei den Vorsorgeterminen können Sie das gleich ansprechen.

Für Akne gilt: Die Hautärzte haben für Schwangerschaft und Stillzeit eigene Empfehlungen. Ein Studio darf Akne weder behandeln noch damit werben. Wenn Sie ein Aknemittel absetzen oder wechseln wollen, klären Sie das mit Ihrer Ärztin, nicht im Studio.

Dunkle Flecken mit einem Gerät zu behandeln, ist Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Im Studio bleibt der Sonnenschutz, und der hilft doppelt: Er verhindert, dass die Flecken nachdunkeln, und er schützt die Haut nach jedem Peeling.

Termin im Studio oder erst ärztlich klären?

Geht es um ein Gerät, ein starkes Peeling oder einen Wirkstoff, den Sie nicht kennen?

Ja

Klären Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder bei Embryotox. Geräte zum Fettabbau sind in der Schwangerschaft ausgeschlossen.

Nein

Kennen Sie die Produkte, und bleibt die Behandlung an der Hautoberfläche?

Ja

Dann spricht nichts gegen den Termin. Nennen Sie die Schwangerschaftswoche im Vorgespräch.

Nein

Verschieben Sie Neues auf die Zeit nach der Stillzeit. Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz reichen in diesen Monaten meist.

Das muss das Kosmetikstudio vor dem Termin wissen

Sechs Angaben gehören ins Vorgespräch, nicht erst auf die Liege.

  • Die Schwangerschaftswoche oder dass Sie stillen. Danach richten sich Dauer und Lagerung.
  • Alle Cremes und Medikamente, die Sie auftragen, besonders gegen Akne und mit Vitamin A.
  • Allergien und frühere Reaktionen auf Kosmetik.
  • Hautkrankheiten in Behandlung.
  • Neigung zu Lippenherpes, weil Wärme und Peelings einen Ausbruch auslösen können.
  • Ihr Ziel für den Termin, damit das Studio ohne neue Wirkstoffe auskommt.

Kommt ein Gerät zum Einsatz, für das die NiSV gilt, muss das Studio Sie vorher über Wirkung, Risiken und Alternativen aufklären. Das ist der richtige Moment für die Frage, ob der Hersteller die Schwangerschaft als Ausschlussgrund nennt. Welche Geräte unter die Verordnung fallen, steht im Überblick zu Radiofrequenz, Ultraschall und LED im Gesicht.

Gesichtsbehandlung in der Schwangerschaft in 6 Schritten vorbereiten

Mit einem Telefonat klären Sie vor der Buchung, ob die Behandlung in diese Monate passt.

  1. Sagen Sie bei der Buchung, dass Sie schwanger sind oder stillen, und nennen Sie die Woche.
  2. Fragen Sie nach den Wirkstoffen und lassen Sie sich die Inhaltsstoffe zeigen.
  3. Klären Sie, ob ein Gerät benutzt wird und ob der Hersteller die Schwangerschaft ausschließt.
  4. Lassen Sie offene Fragen zu Wirkstoffen vorher ärztlich klären.
  5. Planen Sie die Behandlung kürzer als sonst und sagen Sie, wenn das Liegen unangenehm wird.
  6. Kaufen Sie kein Paket auf Vorrat. Nach der Geburt passt vielleicht etwas anderes.

Reagiert die Haut danach stärker als angekündigt, schreiben Sie Produkt und Einwirkzeit auf. Bei Blasen, Krusten oder starker Schwellung gehen Sie zur Ärztin.

Häufige Fragen

Ist eine Gesichtsbehandlung in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, eine Gesichtsbehandlung ist in der Schwangerschaft erlaubt, solange sie an der Hautoberfläche bleibt. Reinigung, Ausreinigung, Maske und Massage gehen. Pausieren sollten Pflege mit Vitamin A, Peelings mit Salicylsäure und die dauerhafte Haarentfernung.

Darf ich in der Schwangerschaft ein Fruchtsäurepeeling machen lassen?

Ja, ein Fruchtsäurepeeling mit Glykol- oder Milchsäure gilt in der Schwangerschaft als sicher. Peelings mit Salicylsäure sollten Sie dagegen meiden. Nach jedem Peeling brauchen Sie täglich Sonnenschutz.

Warum soll ich in der Schwangerschaft auf Retinol verzichten?

Retinol ist eine Form von Vitamin A, und bei Vitamin-A-Cremes vom Arzt rät das Beratungszentrum Embryotox in der Schwangerschaft ab. Einzelne Fallberichte haben den Verdacht auf Fehlbildungen geweckt. Ein Risiko lässt sich mit den vorhandenen Daten weder belegen noch ausschließen.

Ist Ultraschall im Gesicht in der Schwangerschaft erlaubt?

Kosmetischer Ultraschall darf in der Schwangerschaft das ungeborene Kind nicht erreichen, so schreibt es die NiSV vor. Im Gesicht braucht die Kosmetikerin ab einer bestimmten Stärke einen Fachkundenachweis. Fokussierter Ultraschall zum Straffen gehört immer in die Arztpraxis.

Kann ich in der Schwangerschaft eine Laser-Haarentfernung machen?

Nein, eine Laser-Haarentfernung sollten Sie in der Schwangerschaft verschieben. Fachleute raten in dieser Zeit zu Rasur, Wachs oder Enthaarungscreme. Studien zu Laser und IPL bei Schwangeren gibt es nicht.

Was hilft gegen dunkle Flecken im Gesicht in der Schwangerschaft?

Gegen dunkle Flecken in der Schwangerschaft hilft vor allem täglicher Sonnenschutz, weil Sonne die Flecken nachdunkeln lässt. Aufhellende Kosmetik mit Hydrochinon ist nicht erlaubt. Flecken mit einem Gerät behandeln dürfen nur Ärztinnen und Ärzte.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. § 9 und § 10 NiSV: Fachkunde für Ultraschall und Verbot, einen Fötus bei nichtmedizinischen Anwendungen zu exponieren, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  2. § 3 NiSV: Aufklärung vor der Anwendung über Wirkung, Risiken, Alternativen und Behandlungsplan, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  3. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel: Anhang II Nummer 375 Tretinoin und Retinsäure, Anhang III zu Hydrochinon, Artikel 19 Kennzeichnung, EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union,
  4. Verordnung (EU) 2024/996 vom 3. April 2024: Höchstmengen und Warnhinweis für Vitamin A in kosmetischen Mitteln, Anhang III Nummer 376, EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union,
  5. Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346, Anhang V Nummer 6.1: Schwangerschaft als vorgeschriebene Gegenanzeige für Geräte zur Reduzierung von Fettgewebe, EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union,
  6. Embryotox, Eintrag Tretinoin: Erfahrungen und Empfehlungen zur lokalen und systemischen Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit, Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin,
  7. Trivedi MK, Kroumpouzos G, Murase JE: A review of the safety of cosmetic procedures during pregnancy and lactation. International Journal of Women's Dermatology 2017;3(1):6-10, PMID 28492048, PubMed, National Library of Medicine,
  8. S2k-Leitlinie Therapie der Akne, AWMF-Registernummer 013-017, Version 3.0, Stand August 2026: gesonderte Empfehlungen für Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit, Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), AWMF-Leitlinienregister,
  9. Trockene Haut: wann eine ärztliche Untersuchung nötig ist, Stand 17. September 2025, Bundesministerium für Gesundheit, Gesundheitsportal gesund.bund.de,
  10. § 1 Heilpraktikergesetz: Erlaubnispflicht für die Ausübung der Heilkunde, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Wir prüfen die Texte vor der Veröffentlichung gegen die Quellen. Name, Adresse und Kontaktdaten der Studios stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, ein geschlossenes Studio oder einen Eintrag, der kein Kosmetik- oder Schönheitsstudio ist, melden Sie über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 2. Oktober 2026.