Welche Instrumente desinfiziert oder steril sein müssen
Alle Instrumente, die bei Maniküre oder Pediküre die Haut verletzen können, werden nach jeder Kundin gereinigt und desinfiziert. Dazu zählen Nagelzange, Schere, Hautzange, Feile und die Aufsätze der Fräse. Was die Haut absichtlich durchdringt, etwa eine Klinge, muss steril sein oder wird nur einmal benutzt. Wo Blut an ein Instrument kommt, können Keime zur nächsten Kundin wandern.
Die Regeln stammen nicht aus einem Bundesgesetz. Das Infektionsschutzgesetz erlaubt dem Gesundheitsamt, Betriebe zu überwachen, in denen Keime über Blut übertragen werden können. Was dort genau gilt, legen die Länder in Hygieneverordnungen fest. Gesundheitsämter erklären sie in Merkblättern, und aus diesen stammt die Tabelle.
Die Tabelle zeigt 7 Punkte, die Sie im Studio selbst prüfen können.
| Instrument oder Ausstattung | Was verlangt wird | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|
| Nagelzange, Schere, Hautzange, Schieber | Nach jeder Kundin reinigen und desinfizieren | Saubere Instrumente liegen bereit, benutzte kommen sofort in eine Wanne mit Deckel |
| Aufsätze der Fräse | Reinigen, etwa im Ultraschallbad, dann desinfizieren, in manchen Ländern sterilisieren | Frischer Aufsatz für jede Kundin, steril in verschweißter Packung |
| Feilen und Polierblöcke | Nach jeder Kundin desinfizieren oder nur einmal benutzen | Neue Feile aus der Packung oder eine desinfizierte |
| Klingen | Nur einmal benutzen und danach entsorgen | Die Klinge wird vor Ihren Augen neu eingesetzt |
| Fußwanne | Nach jeder Kundin reinigen und desinfizieren | Sichtbar sauber, ohne Reste der Kundin vor Ihnen |
| Handtücher und Unterlagen | Nach jeder Kundin wechseln, bei mindestens 60 Grad waschen | Frisches Tuch oder frische Papierauflage |
| Blut stillen | Mit sterilem Tupfer, kein gemeinsamer Alaunstift | Tupfer aus einer Einzelpackung |
Warum die Länder Fräsaufsätze verschieden streng sehen
Ob ein Fräsaufsatz desinfiziert oder sterilisiert werden muss, regeln die Länder nicht einheitlich. Das Merkblatt aus Niedersachsen hält Desinfektion nach jeder Anwendung für ausreichend. Fünf ostdeutsche Länder verlangen in ihrem gemeinsamen Hygieneplan für die Fußpflege sterile Fräsaufsätze.
Für Sie zählt die strengere Regel. Ein Aufsatz, der steril verpackt aus der Schublade kommt, erfüllt beide. Wer Hornhaut abfräsen lässt, darf fragen, wie das Studio seine Aufsätze reinigt. Eine gute Antwort nennt Ultraschallbad, Desinfektion, Trocknung und, wenn das Studio sterilisiert, den Dampfsterilisator.
Nordrhein-Westfalen hat seine Hygiene-Verordnung im Mai 2024 neu gefasst. Seitdem braucht dort jedes Studio einen schriftlichen Hygieneplan und meldet sich beim Gesundheitsamt an. Sterilisiert wird mit Dampf in einem Gerät, das jeden Durchgang aufzeichnet. Heißluft war nur bis zum 15. Mai 2025 erlaubt. Auch Bayern rät von Heißluft ab, weil sich ihr Ergebnis nicht sicher prüfen lässt.
- Nordrhein-Westfalen: Hygieneplan, Meldung beim Gesundheitsamt und Sterilisation mit Dampf sind Pflicht.
- Bayern: Die Verordnung erfasst Maniküre und Pediküre ausdrücklich, ein Hygieneplan wird empfohlen.
- Niedersachsen: Verordnung von 2001 mit Merkblatt des Landesgesundheitsamts.
- Baden-Württemberg: Verordnung von 2002, erklärt etwa im Merkblatt Hygiene im Nagelstudio aus Karlsruhe.
- Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt: gemeinsamer Hygieneplan.
Wie ein sauberes Fußbad aussieht und warum Whirlpool-Wannen riskant sind
Eine Fußwanne muss nach jeder Kundin gereinigt und desinfiziert werden. Über das Wasser können Keime von einer Kundin zur nächsten gelangen. Eine kleine Verletzung am Fuß oder Bein öffnet ihnen den Weg.
Wie ernst das werden kann, zeigt ein Fall aus Kalifornien. Im Jahr 2000 bekamen 110 Kundinnen und Kunden eines einzigen Nagelstudios eitrige Entzündungen an den Unterschenkeln. Auslöser war ein Bakterium aus den Whirlpool-Fußbädern. In allen zehn Fußbädern des Studios fanden die Behörden den Keim.
Die Entzündungen heilten langsam. Bei 61 Betroffenen dauerten sie im Mittel 170 Tage, zwischen 41 und 336 Tagen. Wer sich vor der Pediküre die Beine rasiert hatte, erkrankte häufiger.
Wie Fußpilz, Nagelpilz und Warzen übertragen werden können
In der Fußpflege werden am häufigsten Fußpilz, Warzenviren und Bakterien übertragen. Nagelpilz ist verbreitet: Laut Gesundheitsportal des Bundes haben ihn schätzungsweise 3 bis 12 Prozent der Menschen, oft zusammen mit Fußpilz.
Behandeln darf ein Kosmetikstudio einen Nagelpilz nicht. Das ist Sache einer Arztpraxis oder Podologin. Die Aufgabe des Studios ist Vorbeugung. Bei Kontakt mit befallener Haut trägt die Kosmetikerin Einmalhandschuhe. Sieht sie eine kranke Stelle, rät sie Ihnen zur Ärztin und behandelt nicht.
Über Blut können auch Viren wandern, etwa Hepatitis B und C. Schon kaum sichtbare Tröpfchen können reichen. Wie oft das bei Maniküre und Pediküre geschieht, ist unklar. Das Robert Koch-Institut hält eine Übertragung über gemeinsame Nagelscheren nicht für ausreichend geklärt. Die Hygieneregeln der Länder beziehen sich trotzdem ausdrücklich auf diese Viren.
Instrumente ablegen
Benutzte Zangen, Scheren und Fräsaufsätze kommen direkt in eine Wanne mit Desinfektionsmittel.
Reinigen und desinfizieren
Die Instrumente werden gereinigt, ganz in Desinfektionslösung gelegt, danach gespült und getrocknet.
Sterilisieren, wo nötig
Was steril sein muss, kommt verpackt in den Dampfsterilisator und bekommt ein Datum.
Flächen und Fußwanne
Fußwanne, Armauflage und Flächen werden abgewischt und desinfiziert, Handtücher gewechselt.
Hände und Handschuhe
Die Kosmetikerin desinfiziert ihre Hände und zieht neue Handschuhe an, wo Blut möglich ist.
Woran Sie beim Termin saubere Arbeit erkennen
Vieles sehen Sie in den ersten Minuten, ohne zu fragen. Waschbecken, Desinfektion der Hände und glatte Flächen gelten in jedem Studio. Bei Maniküre und Pediküre kommen Instrumente und Fußbad dazu. Diese sechs Prüfungen machen Sie selbst:
- Achten Sie darauf, woher die Instrumente kommen: aus einer Packung, einem geschlossenen Behälter oder frisch aus der Desinfektion.
- Sehen Sie sich die Fußwanne an, bevor Sie die Füße hineinstellen.
- Fragen Sie nach einer neuen Feile, wenn sie benutzt aussieht.
- Prüfen Sie bei steril verpackten Instrumenten, ob ein Datum auf der Packung steht.
- Achten Sie darauf, dass bei Blut Handschuhe und sterile Tupfer benutzt werden, kein Alaunstift.
- Fragen Sie nach dem Hygieneplan. In Nordrhein-Westfalen ist er Pflicht.
Mängel können Sie dem Gesundheitsamt melden. Zuständig ist das Amt der Stadt oder des Kreises, in dem das Studio liegt. Wie Sie ein Studio vorab vergleichen, zeigt der Artikel Kosmetikstudio auswählen. Wann ein Fuß zur Podologin gehört, erklärt der Artikel Maniküre, Pediküre oder Podologie.
Häufige Fragen
Wie müssen Instrumente bei der Pediküre gereinigt werden?
Instrumente für die Pediküre wie Zangen, Scheren, Feilen und Fräsaufsätze müssen nach jeder Kundin gereinigt, desinfiziert, gespült und getrocknet werden. Klingen werden nur einmal benutzt. Was die Haut absichtlich durchdringt, muss steril sein.
Müssen Fräsaufsätze im Nagelstudio sterilisiert werden?
Ob Fräsaufsätze sterilisiert werden müssen, regeln die Länder unterschiedlich. Niedersachsen hält Desinfektion nach jeder Anwendung für ausreichend. Fünf ostdeutsche Länder verlangen in der Fußpflege sterile Aufsätze. Ein steril verpackter Aufsatz erfüllt beide Regeln.
Wie oft muss eine Fußwanne im Studio desinfiziert werden?
Eine Fußwanne muss nach jeder Kundin gereinigt und desinfiziert werden. Wie wichtig das ist, zeigt ein Fall aus Kalifornien: Dort bekamen im Jahr 2000 110 Kundinnen und Kunden nach Whirlpool-Fußbädern eitrige Entzündungen an den Beinen.
Kann ich mich bei der Pediküre mit Nagelpilz anstecken?
Ja, bei der Pediküre können Pilze übertragen werden, ebenso Warzenviren und Bakterien. Deshalb müssen Instrumente und Fußwanne nach jeder Kundin desinfiziert werden. Einen bestehenden Nagelpilz darf das Studio nicht behandeln, dafür sind Arztpraxis oder Podologin zuständig.
Warum sollte ich die Beine nicht vor der Pediküre rasieren?
Wer sich vor der Pediküre die Beine rasiert, hat kleine Schnitte in der Haut, durch die Keime aus dem Fußbad eindringen können. Bei einem Ausbruch in Kalifornien erkrankten Kundinnen, die sich vorher rasiert hatten, häufiger an eitrigen Entzündungen.
Wo melde ich mangelnde Hygiene in einem Nagelstudio?
Mangelnde Hygiene in einem Nagelstudio melden Sie dem Gesundheitsamt der Stadt oder des Kreises, in dem das Studio liegt. Das Amt darf Betriebe überwachen, in denen Keime über Blut übertragen werden können.
